Coronavirus in Italien

Aktuell zusammengetragen aus italienischen Medien und von den Behörden Italiens: Rund um den Coronavirus in Italien: Sperrzonen, Ausbreitung, Entwicklung der Dinge und aktueller Stand, Verhaltensregeln, Maßnahmen der italienischen Regierung und Provinzen, Kartenmaterial und mehr.

Coronavirus-Italien

Coronavirus in Italien

Aktuell zusammengetragen aus italienischen Medien und von den Behörden Italiens: Rund um den Coronavirus in Italien: Sperrzonen, Ausbreitung, Entwicklung der Dinge und aktueller Stand, Verhaltensregeln, Maßnahmen der italienischen Regierung und Provinzen, Kartenmaterial und mehr.

Coronavirus-Italien

Coronavirus in Italien

Aktuell zusammengetragen aus italienischen Medien und von den Behörden Italiens: Rund um den Coronavirus in Italien: Sperrzonen, Ausbreitung, Entwicklung der Dinge und aktueller Stand, Verhaltensregeln, Maßnahmen der italienischen Regierung und Provinzen, Kartenmaterial und mehr.

Coronavirus-Italien

Seit dem 10. März 2020 gelten für ganz Italien verschärfte Maßnahmen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus. Eine rote Zone oder Sperrzone gibt es nicht mehr - Ministerpräsident Conte hatte in einer Pressekonferenz Maßnahmen mit sofortiger Wirkung für ganz Italien erklärt, die weiter verlängert worden sind. Die Bürger Italiens sollen zuhause bleiben, zur Arbeit nur dann fahren wenn das wirklich zwingend notwendig ist, Reisen zum Vergnügen gehören nicht zu den zwingend notwendigen Dingen. Die öffentlichen Verkehrsmittel mit Bussen und auch Flüge sollen weiter gehen. Viele Flüge werden aber von Airlines abgesagt. Sardinien riegelt sich ab, die Mittelmeerinsel hat keine Kapazitäten für zahlreiche Intensivpatienten. Eine Einreise ist nur aus zwingendem Grund möglich und eine Urlaubsreise ist kein zwingender Grund. Österreich hat ein Einreiseverbot aus Italien verhängt, die USA stoppt Einreisen aus ganz Europa. Am Abend des 12. März gab Conte bekannt, dass in Italien auch sämtliche Geschäfte, Restaurants, Friseure und andere Dienstleistungen geschlossen bleiben müssen - nur der Handel und Dienstleistungen für Lebensnotwendiges (Supermärkte, Apotheken und ähnliches) bleibt bestehen. Besonders stark betroffen sind derzeit Bergamo, Brescia und inzwischen auch Mailand. Am späten Abend des 21. März 2020 verkündet Conte, dass nun auch das produzierende Gewerbe in Italien schliessen muss, da die Produktionsstätten auch für Ansteckungen mit dem Coronavirus sorgen.

Der Coronavirus hat Italien erreicht und breitet sich aus

Die Viruserkrankung Covid-19 ist in Europa angekommen und es trifft Italien besonders hart. Die meisten Fälle gibt es in der Provinz Lodi in der Lombardei. Die Provinz Lodi liegt zwischen südlich von Mailand beziehungsweise zwischen Mailand, Crema, Cremona und Piacenza. In Mailand greift die Angst vor dem Virus um sich, Hamsterkäufe finden statt.

Deutlich weniger Fälle gibt es im Piemont, im Latium (mit der Hauptstadt Rom), in der Provinz Trentino-Südtirol und in der Emilia-Romagna. In Venetien sind bisher 22 Fälle bekannt, in der Lombardei 112. Alle anderen genannten Regionen haben bisher weniger als 10 Erkrankungen registriert. Insgesamt sind bisher etwa 150 Fälle bekannt.

Auswirkungen des Corona-Virus in Italien

In der zuerst betroffenen norditalienischen Region Lombardei wurden Schulen auf jeden Fall bis Ende März geschlossen - Teile der Provinz Lodi wurden zur "Zona Rossa" - rote Sperrzone. Dazu gehörten die Kommunen Die Kommunen Codogno, Castiglione d’Adda, Casalpusterlengo, Fombio, Maleo, Somaglia, Bertonico, Terranova dei Passerini, Castelgerundo und San Fiorano. Innerhalb dieser Sperrzone ist das öffentliche Leben praktisch zum Erliegen gekommen; das Gebiet ist abgeriegelt.

Rund um die rote Zone lag zunächst eine gelbe Zone. In dieser wurden beispielsweise Bars, Nachtclubs und ähnliches von 18.00 bis 06.00 Uhr morgens geschlossen, um große Menschenansammlungen zu verhindern. Events werden in der gelben Zone rund um die Provinz Lodi abgesagt. Museen und andere öffentliche Einrichtungen in der Lombardei blieben ebenfalls geschlossen. Der berühmte Karneval von Venedig wurde abgesagt. In der Gemeinde Vo bei Padua wurde das öffentliche Leben ebenfalls im ersten Schritt weitestgehend aufgrund einer Sperrzone lahm gelegt.

Ob die Massnahmen der italienischen Behörden von Erfolg gekrönt sind, wird sich etwa Anfang März zeigen. Bis dahin war in jedem Fall mit einem weiteren Anstieg bei den Infektionen zu rechnen. Gehen die Zahlen Anfang März (etwa ab dem 09. bis 13. März) zurück, kann man tatsächlich auf eine erfolgreiche Eindämmung hoffen. Wer bald eine Reise plant, sollte bis dahin abwarten, sofern das möglich ist. Ob es zu einer weiteren Eskalation der Situation kommt, ist derzeit nicht absehbar.

Aktueller Nachrichten-Ticker zum Thema

+++ Update +++ 24.02.2020, 15.13 Uhr
Von 157 bekannten Fällen am Morgen ist die Zahl im Laufe des Tages nun schon auf 215 gestiegen. Die Ausbreitung konzentriert sich auf die Region Lombardei (172 Fälle). Die Flughäfen sind allesamt nach wie vor in Betrieb - es gibt lediglich Überwachungskontrollen.

+++ Update +++ 08.03.2020, 09.00 Uhr
Die Zahlen steigen weiter. 5.883 Infektionen sind bekannt - 233 Personen sind verstorben. 567 Menschen befinden sich in Intensivpflege. Italien ergreift restriktive Maßnahmen. Die gesamte Region Lombardei und zusätzliche 13 Provinzen sind zur Zona Rossa (rote Sperrzone) erklärt worden. Die Provinzen Modena, Parma, Piacenza, Reggio Emilia, Rimini, Pesaro und Urbino, Venedig, Padua, Treviso, Novara, Asti und Alessandria, Verbano-Cusio-Ossola sowie Vercelli sind damit abgeriegelt. Betroffen sind die Regionen Lombardei, Venetien, Emilia-Romagna und Piemont sowie Marken. Die Versorgung mit Gütern des täglichen Bedarfs wurde bisher in der Sperrzone kontrolliert zugelassen - man kann davon ausgehen, dass das auch weiterhin so bleibt. Dennoch kommt es zu Versorgungsengpässen vor Ort, vor allem in der medizinischen Versorgung. Man darf nicht Ein- oder Ausreisen - ausser den Menschen, die dort leben und zurück kehren wollen sowie andere sehr dringende Fälle. Sinn der Sache soll nach Regierungsangaben eine Umverteilung von Patienten sein und eine Eindämmung des Ausbruchsgeschehens. Die Maßnahmen gelten ab dem 08. März und bleiben (mindestens) bis zum 03ten April in Kraft. Jegliche Kongresse, Tagungen, Versammlungen und ähnliches werden ausgesetzt, sofern der Mindestabstand von einem Meter zwischen den Menschen nicht eingehalten werden kann. Kneipen, Tanzschulen, Spielhallen, Wett- und Bingohallen, Diskotheken und ähnlichen Einrichtungen dürfen nicht öffnen, Bars und dRestaurants sind nur noch von 06.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Sportveranstaltungen müssen ohne Publikum durchgeführt oder abgesagt werden. Schulen bleiben auf jeden Fall mindestens bis zum 15ten März geschlossen, genauso Universitäten. Auch religiöse Zeremonien wie Hochzeiten oder Beerdigungen werden ausgesetzt. Bezüglich der Mobilität vor Ort wird die Bevölkerung dazu aufgefordet, Reisen (auch nahe Weg z.B. zur Arbeit) auf unbedingt notwendige Fälle zu beschränken. Wer bereits in häuslicher Quarantäne ist, muss dort selbstverständlich bleiben.

+++ Update +++ 09.03.2020, 07.45 Uhr
Neben vielen anderen Problemen in Italien hat die Ausbreitung des Coronavirus auch Auswirkungen auf den Strafvollzug. Die in den Gefängnissen eingeschränkten Gesprächs- und Besuchszeiten haben zu einer Revolte im Gefängnis von Modena geführt. Sechs Tote und 80 Verlegungen sind das traurige Ergebnis des Aufstandes. Zuvor gab es solche Probleme auch schon in Salerno, Foggia und an anderen Orten.

+++ Update +++ 11.03.2020, 22:18 Uhr
Slowenien hat die Grenze zu Italien geschlossen. Die australische Regierung hat beschlossen, Reisen nach Italien zu verbieten. Nach und nach sickern Meldungen durch, dass es sich bei den Patienten auf den Intensivstationen keineswegs nur um alte Menschen handelt. Ein schwerer Verlauf der Erkrankung erfordert eine künstliche Beatmung. Auf Sardinien müssen Flug- und Fährgesellschaften Namenslisten mit den Passagieren der letzten Wochen abgeben - wer seit dem 24ten Februar neu angekommen ist und vor allem in den stark betroffenen Gebieten war, soll auf Sardinien für 2 Wochen in Quarantäne. Der Petersplatz in Rom wurde gesperrt. Die Airline Easyjet hat viele Flüge nach Mailand, Venedig und Verona abgesagt; Ryanair hat bereits am Montag viele Flüge gestrichen. In Dänemark dürfen Flugzeuge aus dem stark betroffenen Gebieten Italiens nicht mehr landen.

+++ Update +++ 15.03.2020, 21:15 Uhr
Derzeit sind 20.603 Fälle positiv, insgesamt sind 24.747 Fälle bekannt. Verstorben sind zwischenzeitlich 1.809 Personen, 2.335 gelten als geheilt. Die Lombardei ist weiterhin Brennpunkt des Geschehens mit insgesamt 10.043 aktuellen positiven Fällen und 13.373 Fällen, die insgesamt dort bekannt waren. Am stärksten betroffen sind die Provinzen Bergamo, Brescia, Cremona, inzwischen auch Mailand, Lodi und Piacenza in der Emilia-Romagna. Auf Facebook und anderen sozialen Medien kristallisieren sich riesige Gruppen mit hunderttausenden Mitgliedern heraus, die Lustiges, Trauriges über die Opfer und vor allem Musik auf den Balkonen Italiens miteinander teilen.

+++ Update +++ 19.03.2020, 12:00 Uhr
Die beunruhigenden Nachrichten aus Italien reissen nicht ab. In Bergamo ist das Militär mit eine Konvoi von 70 Fahrzeugen eingerückt, da die Kapazitäten der Krematorien erschöpft sind und auch auf dem Friedhof ist kein Platz mehr. Auch in Bozen gibt es militärische Aktionen - soweit bekannt mit Absperrungen von Promenaden und anderen Plätzen.

+++ Update +++ 21.03.2020, 12:00 Uhr
Das traurige Ergebnis eines einzigen Tages: Fast 800 neue Todesfälle. Italien hat inzwischen mehr Tote zu beklagen als China - insgesamt gibt es nun 4.825 Todesfälle, 53.578 bekannte Infektionen, von denen noch 37.860 positiv sind. Als "geheilt" werden 6.072 Fälle eingestuft. Weiterhin sticht die Lombardei mit insgesamt 3.095 Todesfällen hervor. In der Emilia-Romagna sind es 715 - alle anderen Regionen liegen deutlich darunter. Die Provinz Bergamo gehört zu den am stärksten betroffenen Gebieten, aber auch in der Provinz Brescia sind fast die gleichen Fallzahlen erreicht. Beunruhigend ist auch ein relativ starker Anstieg in Mailand auf über 4.000 Fälle.

+++ Update +++ 22.03.2020, 00:15 Uhr
Ministerpräsident Conte kündigt am späten Abend in einer Ansprache noch deutlich härtere Maßnahmen für Italien an. Auch das produzierende Gewerbe muss nun zuhause bleiben. Nur lebensnotwendige Unternehmen aus der produzierenden Industrie wie etwa die Lebensmittelindustrie und Papierhersteller dürfen noch weiter arbeiten. Die Wirtschaft Italiens wird damit noch weiter geschwächt.

+++ Update +++ 22.03.2020, 09:25 Uhr
Das Verschwinden von Atemschutzmasken und Beatmungsgeräten sorgt für politischen Zündstoff in Italien, berichtet die Zeitschrift La Repubblica. In Tschechien ist eine große Hilfslieferungen aus China für Italien als angeblich illegale Ware beschlagnahmt worden. Die Hilfsmittel für Italien werden in Tschechien bereits verteilt, es ist zu spät, die Lieferung noch nach Italien zu bringen. Italien beschuldigt Tschechien der Lüge und des Diebstahls. Man dementiert das aber in der Tcheschei. Dort wird von einem Fehler gesprochen. Andere Medien berichten einen anderen Hergang - was tatsächlich passiert ist, scheint unklar zu sein.

+++ Update +++ 26.03.2020, 19:38 Uhr
Mit mehr als 8.000 Todesfällen erreicht die Coronakrise in Italien einen neuen Höhepunkt. Etwa 10.360 Personen gelten als inzwischen wieder gesund, etwa 62.000 Personen sind infiziert. Das Geschehen konzentriert sich noch immer stark auf die Lombardei. Nach einem vorübergehenden Sinken der Zahl der Neuinfektionen steigt die Zahl nun wieder, alleine in der Lombardei sind innerhalb eines Tages 2.500 neue Infektionen bekannt geworden. Bergamo, Brescia und Mailand weisen die höchsten Zahlen dabei auf. Aber auch in Rom lässt sich ein nenneswerter Anstieg beobachten.

+++ Update +++ 27.03.2020, 18:55 Uhr
Italien meldet in den vergangenen 24 Stunden rund 1.000 neue Todesfälle.

Über die am stärksten betroffenen Regionen

Die Regionen Lombardei, Venetien, Emilia-Romagna und das Piemont sind beliebte Urlaubsregionen in Italien. Die Region Marken ist ebenfalls besuchenswert, der Tourismus dort ist aber deutlich weniger stark augeprägt als in den anderen stark betroffenen Gebieten. Früher oder später wird sich die Situation schliesslich fangen und Italien ist und bleibt ein schönes Land. Allgmeine Informationen über die Regionen finden sich im Folgenden:

Unterwegs zu Zeiten des Coronavirus in Italien - Was tun?

Insbesondere nach dem Kontakt mit öffentlichen Einrichtungen sollten Sie die Hände mit Desinfektionsmittel desinfizieren und/oder häufig waschen. Als Desinfektionsmittel ist auch Alkohol geeignet, den man in Italien in jedem größeren Supermarkt kaufen kann. Halten Sie in den betroffenen Gebieten nach Möglichkeit Abstand von anderen Menschen, vor allem von Hustenden und Erkrankten - etwa 1,5 Metern bis 2 Sicherheitsabstand sind vollkommen ausreichend. Größere Menschenansammlungen sollte man vermeiden, insbesondere wenn diese mit engem Körperkontakt verbunden sind.

Von Reisen nach Italien sollte vorerst abgesehen werden. Falls Sie aber schon vor Ort sind: Achten Sie auf Symptome (Husten und Atemprobleme ohne Schnupfen, Fieber). Wenn Sie im Ausbreitungsgebiet unterwegs sind und Symptome auftreten, sollten Sie einen Arzt oder ein Krankenhaus aufsuchen und sich zwecks Vorsichtsmaßnahmen unbedingt vorher unter der Notfallnummer 1500 melden.

Eine Atemschutzmaske mindert das Risiko, es sollten nach Möglichkeit aber FFP2- oder FFP3-Masken sein. Experten gehen davon aus, dass es nach einer Ansteckung mit dem Coronavirus bis zu etwa 2 Wochen dauern kann, bis es zu einem Ausbruch der Krankheit kommt.

Sie können beruhigt fliegen - im Flugzeug wird die Atemluft gefiltert, dabei werden auch die gefährlichen Tröpfchen aufgefangen. Fluggäste aus Italien sollen so genannte Reisekarten ausfüllen, um eine spätere Kontaktaufnahme zu ermöglichen. Allerdings scheint das nicht wirklich zu funktionieren, denn die Karten werden wohl nicht eingesammelt. Beim Einkauf von Obst und Gemüse in Italien sind ohnehin Plastikhandschuhe üblich; eine erhöhte Hygiene mit gutem Abwaschen von vor Ort gekauften Lebensmitteln schadet aber nicht.

Die Autobahnen sind offen, ohne Störungen - Österreich führt aber vereinzelte Kontrollen und Tests auf den Coronavirus durch. Züge verkehren weiter, auch Flüge finden statt - es werden aber viele Flüge von den Airlines abgesagt. Die Durchreise soll für Heimreisende in andere Länder weiter gewährleistet und möglich sein, es kann aber zu Kontrollen kommen.

Wo informieren?

Quellen der Informationen hier: Verschiedene italienische Medien und offizielle Regierungs- oder Provinzseiten zum Thema - hauptsächlich von hier: Gesundheitsministerium und Regierung der Provinz Lombardei. Leider stehen diese Infos aber nur in italienischer Sprache zur Verfügung. Die von den italienischen Behörden angegebene Notfall-Telefonnummer lautet 1500 (Gesundheitsministerium).

Italienurlaub absagen wegen des Coronavirus?

Das auswärtige Amt in Deutschland weitet die Reisewarnung für ganz Italien aus. Starke Einschränkungen im öffentlichen Leben sind in ganz Italien gültig. In den stark betroffenen Gebieten kommt es darüber hinaus teilweise zu Problemen mit der medizinischen Versorgung, die Krankenhäuser und Ärzte sind überlastet, viele niedergelassene Ärzte sind selbst infiziert und können derzeit nicht praktizieren. Der weitere Verlauf ist unklar. Innerhalb Italiens muss mit Kontrollen gerechnet werden, da eine Reise gerechtfertigt sein muss (eine Heimreise ist gerechtfertigt). Hierfür sollten Sie ausgefülltes Formular mit sich führen: Zum PDF Formular für notwendige Reisen in Italien. Ein Storno einer Reise hängt darüber hinaus von Stornobedingungen ab. Die Hinweise zur Vermeidung von Infektionen sollten unbedingt beachtet werden. Diese gelten ohnehin derzeit fast überall in Europa und auch anderswo. Reisen in der nächsten Zeit sollten nach Möglichkeit abgesagt werden.

Bergamo - Karte der am stärksten betroffenen Provinz in Italien

Die Provinz Lodi in der Region Lombardei war zunächst am stärksten vom Coronavirus betroffen, inzwischen konzentrieren sich die allermeisten Fälle auf Bergamo, Brescia und auch die Stadt Mailand weist eine starke Steigerung der Fallzahlen auf.

Karte der Sperrzonen: Lombardei, Venetien, Emilia-Romagna, Piemont und Marken

Die im Folgenden gezeigten Sperrzonen wurden zum 08. März festgelegt, aber zwei Tage später wieder aufgehoben, indem ganz Italien zum Krisengebiet erklärt wurde. Hintergrund der Erweiterungen ist vor allem auch das Erreichen verbesserter logistischer Möglichkeiten. Kleine Sperrzonen haben zu lokalen Überlastungen in Krankenhäusern und im Gesundheitssystem insgesamt geführt. Davon sind nicht nur die an COVID-19 Erkrankten betroffen, sondern auch alle anderen, die Medikamente oder eine Notfallversorgung benötigen - also die Mehrheit der Bevölkerung in den betroffenen Regionen.

Sperrzonen-Coronavirus

Sperrzonen (Sperrzone = Zona Rossa) im Detail

Am 08. März wurden zahlreiche Regionen in Norditalien zur Sperrzone erklärt worden. Diese wurden aber durch die erneuten Änderungen aufgehoben - ganz Italien wird nun stark eingeschränkt. In der Lombardei sind am 08. März zunächst sämtliche Provinzen zur Sperrzone erklärt worden. In der Lombardei ware das die Provinzen Bergamo, Brescia, Como, Cremona, Lecco, Lodi, Mailand, Mantua, Monza und Brianza, Pavia, Sondrio und Varese. Das bedeutet ganz konkret, dass vom Gardasee bis zur Grenze nach Österreich ein Ausnahmezustand galt. In Venetien wurden einige Provinzen zur Sperrzone erklärt: Provinz Venedig, Provinz Treviso und Provinz Padua. In der Region Piemont waren die folgenden Provinzen Teil der Sperrzone: Alessandria, Asti, Vercelli, Novara, Verbano-Cusio-Ossola. In der Region Marken war die Provinz Pesaro-Urbino betroffen.

Video zum Thema - Italien ist nicht erfreut

Ein Franzose hat ein Video zum Thema erstellt, dass in Italien hohe Wellen schlägt. Die Produktion der Pizza Corona auf YouTube ist reichlich abstossend und dennoch lustig: Video Pizza Corona auf YouTube. Nichts für schwache Nerven und schon gar nicht für das angespannte Nervenkostüm der italienischen Regierung, die eine Entschuldigung für das Video verlangte und bekam.

Der Frühling kommt - wird nun Alles besser?

Die Meinung hält sich hartnäckig: Mit den wärmeren Temperaturen im Frühling und Sommer wird die Verbreitung des Coronavirus ausgebremst. Experten äussern sich aber eindeutig: Ein klein wenig helfen wärmere Temperaturen mit. Sie werden das Problem aber nicht lösen. Der Coronavirus muss ernst genommen werden, auch in den kommenden Monaten.

Reaktionen innerhalb Italiens

Bei Bekanntwerden der Sperrzonenerweiterung durch ein Leak sind Menschen über Bahnhöfe geflüchtet. Offenbar versuchen weiterhin Einige, in Richtung Süden zu entkommen. Die südlich gelegenen Regionen haben zwischenzeitlich angekündigt, Menschen beziehungsweise Flüchte aus den Sperrzonen zu verhaften. Auf Twitter finden sich derweil zahlreiche Posts von Bewohnern der betroffenen Regionen, die zuhause bleiben und sehr viel Zuspruch von ihren Mitbürgern bekommen. Die allermeisten verhalten sich vernünftig.

Das folgende Video auf Twitter zeigt, wie Menschen versuchen bei Bekanntwerden der neuen Sperrzone zu flüchten und zwar mit dem letzten Regionalzug, der Mailand verlassen hat, bevor die Ausweitung der roten Zone in Kraft trat. Sie eilen zum Zug und fragen nach Plätzen im Zug, es gibt aber keine mehr. In den allermeisten Twitterposts und Kommentaren finden die Bewohner der Regionen und Mailands das Verhalten der Flüchtenden "unzivilisiert".

Die aktuellen Zahlen zum Coronavirus in Italien

Die Daten vom 26. März 2020: Insgesamt sind 80.539 Personen positiv getestet worden. Verstorben sind 8.165 Personen und 10.361 Personen gelten als geheilt. Derzeit sind damit noch 62.013 bekannte Krankheitsfälle in Italien registriert. Die Lage in den einzelnen Regionen stellt sich wie folgt dar:

  • Der Coronavirus in der Lombardei schlägt mit insgesamt 22.189 Fällen am härtesten zu. Die größte Zahl der Fälle konzentriert sich auf die Provinzen Bergamo, Brescia und Mailand - die Fallzahlen liegen in allen drei Provinzen etwa um 6.000 bis 7.000 Patieten.
  • In der Emilia-Romagna gibt es insgesamt 8.850 Fälle. Stark betroffen sind vor allem die Provinz Piacencza in der Emilia-Romagna sowie Parma und Modena. Entlang der Küste dagegen gibt es eher weniger Fälle.
  • In Venetien sind 6.140 Coronavirus-Fälle registriert. In Venetien sind die Provinzen Padua und Verona am stärksten vom Coronavirus bzw. der Krankheit Covid-19 betroffen.
  • Die Situation rund um den Coronavirus am Gardasee hängt vom genauen Ort rund um den See ab. Der beliebte Gardasee umfasst mehrere Regionen: Die Lombardei, Venetien und Trentino im Norden. Die Provinz Verona liegt am Gardasee in Venetien, hier sind die Fallzahlen relativ stark angestiegen. Problematisch ist vor allem aber die Provinz Brescia, die in der Lombardei an den Gardasee grenzt (auf der Westseite des Sees) und mit über 6.000 Fällen besonders stark betroffen ist. Am nördlichen Gardasee in der Provinz Trentino (Trient) sind dagegen nur 1.254 Fälle registriert. In keinem Fall ist eine Urlaubsreise zum Gardasee in absehbarer Zeit planbar.
  • Der Coronavirus ist in der Region Marken und in der Region Piemont nicht so stark verbreitet wie in den anderen Regionen. Hier sind insgesamt 2.795 Fälle in Marken und 6.140 Fälle in der Region Piemont bekannt. In der Region Piemont sind die Provinzen Turin und Alessandria sowie Asti am stärksten betroffen. In der Region Marken konzentriert sich das Geschehen stark auf die Provinz Persaro und Urbino.
  • Die Ausbreitung des Coronavirus in der Toskana ist mit 2.937 bekannten Fällen noch verhältnismässig übersichtlich.
  • Die Region Latium (mit der Hauptstadt Rom) weist derzeit 1.835 Infizierte auf. Eine Konzentration lässt sich in Rom feststellen. Auch die Region Kampanien kommt bisher glimpflich davon - mit 1.169 registrierten Erkrankungen durch den Coronavirus sind die Zahlen hier sogar leicht gesunken.
  • Der Coronavirus in Ligurien ist mit 2.027 bekannten Fällen inzwischen auch stärker verbreitet - in einer flächenmässig kleinen Region handelt es sich um eine relativ große Dichte. Sizilien hat 1.095 Fälle.
  • Friaul-Julisch Venetien hat 954 Fälle mit Schwerpunkt in den Provinzen Triest und Udine. Der Coronavirus in Apulien macht sich mit 1.095 Fällen bemerkbar - vor allem in Goffia und Bari sowie Brindisi. In Umbrien sind 770 Fälle bekannt.
  • Die Regionen Abruzzen, Trentino-Südtirol, Molise, Aostatal, Kalabrien, Sardinien sowie Basilikata haben nach aktuellem Stand weniger als 500 bekannte Fälle - vor einigen Tagen waren es noch weniger als 100 Fälle. Auf Sardinien gibt es die meisten Fälle in der Hauptstadt Cagliari. Die Region Sardinien hat eine Verordnung heraus gegeben, die Reisende aus den Sperrgebieten Italiens dazu verpflichten, sich beim Gesundheitsamt vor Ort zu melden, um eine 14-tägige Quarantäne anzutreten. Darüber hinaus ist auf der Insel Sardinien die Einreise und Ausreise nur aus wichtigen Gründen möglich. Zurück kehrende Anwohner dürfen Einreisen, sofern sie nicht in den stark betroffenen Gebieten waren - eine Urlaubsreise aber ist kein wichtiger Grund, der nach jetzigem Stand eine Reise nach Sardinien rechtfertigt.

    Trentino und Südtirol haben rund 1.700 bekannte Fälle von Infektionen mit den Coronavirus.