Abruzzen

Die Region Abruzzen in Italien: Berge, Wanderrouten, Strände, historische Orte, Bilder, Reisezeit, Küche, Sehenswürdigkeiten und mehr. Mit Karten für die schnelle Orientierung.

Abruzzen-Berge

Abruzzen

Die Region Abruzzen in Italien: Berge, Wanderrouten, Strände, historische Orte, Bilder, Reisezeit, Küche, Sehenswürdigkeiten und mehr. Mit Karten für die schnelle Orientierung.

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Abruzzen

Die Region Abruzzen in Italien: Berge, Wanderrouten, Strände, historische Orte, Bilder, Reisezeit, Küche, Sehenswürdigkeiten und mehr. Mit Karten für die schnelle Orientierung.

Abruzzen-Berge

Abruzzen (italienisch: Abruzzo) ist eine Region in Mittelitalien an der Küste des adriatischen Meeres, die vor allem bei Outdoor-Fans und Wanderern einen guten Ruf hat. Die Region ist aber äusserst vielseitig: Hervorragende italienische Küche, traumhaft schöne Strände und das helle Blau der Adria mit zahlreichen Badeorten, Hügelland und Weinbau hinter der Küste, historische Ortschaften mit bezaubernden Charme, archäologische Stätten, Kirchen und Heiligtümer, Burgen sowie die Berge und Hochebenen des Apennin mit Nationalparks wie dem Campo Imperatore Nationalpark oder Majella Nationalpark für Wanderer, Mountainbiker, Skifahrer oder Wintersportler sowie auch schöne Bergseen. Die Region Abruzzen ist auch eine Region für interessante Einkaufserlebnisse: Märkte, Direktverkäufe und Kunsthandwerk oder das Outletcenter Citta Sant'Angelo bei Pescara bieten Abwechslung. Die Region Abruzzen war verhältnismässig gering vom Coronoavirus bzw. Covid-19 betroffen, dennoch ist es ratsam, sich im Vorfeld über die Regelungen sowie die aktuelle Situation Ort zu informieren: Coronavirus Italien.


Steckbrief Abruzzen

  • Hauptstadt Abruzzen: L'Aquila
  • Fläche und Einwohner: 10.795 km², rund 1,3 Mio Einwohner (2018).
  • Landschaft: etwa 130 km Adriaküste, hinter der Küste liegt ein etwa 20 Kilometer breiter Streifen mit Hügelland, das Landesinnere ist in weiten Teilen mit Bergen, Seen und Hochebenen bedeckt.
  • Sprache: Italienisch.
  • Provinzen: Chieti, L'Aquila, Pescara und Teramo.
  • Gebirge Abruzzen: In der Region Abruzzen finden sich viele Berge - das Landesinnere ist weitestgehend eine Gebirgsregion. Der abruzzische Apennin mit dem Corno Grande (2.912 Meter hoch), dem Majella-Massiv und Nationalpark Majella (2.793 Meter hoch), dem Monte Camicia (2.487 Meter hoch), Monte Gorzano (2.487 Meter hoch), dem Nationalpark Gran Sasso und Monti della Laga, Nationalpark Sirente-Velino, Naturschutzgebiet Camosciara sowie Nationalpark Abruzzen-Latium-Molise gehört zu den Gebirgen der Region. Außerdem finden sich Hochebenen wie Campo Imperatore.
  • Flüsse: Pescara, Sangro, Liri, Aterno, Turano, Aterno, Vormano, Tronto, Trigno, Castellano, Treste, Torrente Vezzoloa, Aventino, Salinello, Piombo und viele weitere.
  • Seen: Lago di Campotosto, Lago di Scanno, Lago di Barrea, Lago di BombaLago Sant'Angelo, Lago di Penne, Lago die Serranella, Lago di Sinizzo, Lago di Provvidenza, Lagi di Piaganini, Lago del Sirente, Lago di San Domenico, Seen auf der Hochebene Campo Imperatore.

Reiseziele und Sehenswürdigkeiten Abruzzen

  • Sehenswerte Städte: Pescara, Giulianova, Sulmona, Chieti, L'Aquila, Vasto, Teramo, Lanciano, Santo Stefano di Sessanio, Pacentro, Scanno, Ortona, Barrea, Alba Adriatica und weitere.
  • Sehenswerte Dörfer: Tagliacozzo, Pacentro, Cansano, Pettorano sul Gizio, Anversa degli Abruzzi, Capestrano mit Schloss Capestrano, Cocullo, Castrovalva bei Sulmona, Navelli (hier gibt es Safran), Castel del Monte, Fossa, Caporciano, Fontecchio, Carapelle Calvisio, Sant’Eufemia a Majella, Caramanico Terme, Castelvecchio Subequo, Roccacaramanico, Gagliano Aterno, Goriano Sicoli, Ancarano, Montepagano, Civitella del Tronto, Scanno, Pescocostanzo, Castelvecchio Calvisio, Fara und viele mehr.
  • Küste und Strand Abruzzen: Rund 130 Kilometer Küste entlang des adriatischen Meeres (Mittelmeer), Badeorte mit Sandstränden im Norden der Region Abruzzen, Klippen und Kieselstrände im Süden der Region Abruzzen (gut für Taucher und Schnorchler). Strand und Berge sowie Kultur lassen sich in Abruzzen gut verbinden.
  • Naturerlebnisse, Kinder und mehr: Gebirge, Hochebenen und Naturparks des Apennin, Aqualand in Vasto, Aqualand Onda Blu in Tortereto, Safari Park und Zoo d'Abruzzo in Rocca San Giovanni, bunte Süssigkeiten in Sulmona, antike Stadt Alba Fucens in Massa d'Albe, Tempelruinen in Schiavi D'Abruzzo, antike Stadt Amiternum bei L'Aquila, Nekropolen Fossa, römisches Theater in Teramo, zahlreiche Kirchen, Burg Castello Caldora, viele Burgen und Festungen, Museumsdorf Gesso in Gessopalena, mehrere ärchologische und andere Museen, zahlreiche Skigebiete, Höhle Beatrice Cenci in Cappadocia sowie weitere Höhlen und Wasserfälle.
  • Besonderheiten: Mittelitalien und insbesondere das Landesinnere der Abruzzen ist von Erdbeben betroffen. Das auswärtige Amt empfiehlt, sich mit einigen Grundregeln rund um Erdebeben vertraut zu machen. Es gibt aber keinen Grund, die Region Abruzzen generell zu meiden. Infos zu Erdbeben in Italien.

Karte Abruzzen mit Provinzen

Wo genau liegt die Region Abruzzen in Italien? Die Karte zeigt deutlich: Es handelt sich um eine Region im mittleren Italien - an der Adriaküste. Die Hauptstadt der Abruzzen ist L'Aquila. Die Region Abruzzen besteht aus den Provinzen Teramo, Pescara und Chieti sowie L'Aquila. Teramo, Pescara und Chieti liegen an der Küste, L'Aquila dagegen im Landesinneren. Im Norden wird die Region von der Region Marken begrenzt, im Süden von der kleinen Molise. Im Landesinneren verläuft die Grenze entlang der Region Latium mit der Hauptstadt Rom. Der Osten der Region Abruzzen ist von der Küste des adriatischen Meeres begrenzt.

Karte-Abruzzen-Provinzen

Strand-bei-Vasto-Abruzzen

Auch die Strände und Badeorte in der Region Abruzzen können sich sehen lassen. Die Adriaküste wartet in der Region Abruzzen mit deutlich weniger Tourismus auf als beispielsweise in der Emilia-Romagna auf.

Die Region Abruzzen im Überblick - ein tolles Video mit Highlights: Küste Abruzzen, Berge, Wälder, historische Bauwerke und vieles mehr: Über die Schönheit in Abruzzen.

Berge-Abruzzen-mit-Kirche

Die Höhenlagen der Abruzzen erinnern an Nepal. Die Hochebene Campo Imperatore, die Ortschaft Rocca Calascia mit der markanten Kirche und die Berge rundum gehören zu den Highlights der Abruzzen.

Küste und Strände Abruzzen

Die Küste der Abruzzen umfasst 133 Kilometer - mit goldenen Sandstränden, Klippen und Kieselstränden zum Tauchen oder Schnorcheln. Die Strände und Küstenstreifen der Region Abruzzen sind unterschiedlich stark belebt - einige sind stark auf den Tourismus ausgelegt, andere sind eher einsam. Nördlich von Pescara finden sich belebtere Strände mit verhältnismässig viel Unterhaltung, südlich der Küstenstadt Pescara liegen ruhige Strände - meist Kieselstrände zwischen Klippen. Insbesondere zwischen Ortona und Vasto finden sich die Trabocchi - historische Fischerhütten auf Pfählen mit Fanganlagen, die nur über schmale Stege erreichbar sind. Rund 16 dieser Trabocchi liegen hier in der Region Abruzzen im blauen Meer.

Der nördliche Teil der Küste der Abruzzen nennt sich auch Costa Giardino (Gartenküste). Die Badeorte Martinsicuro, Alba Adriatica, Tortoreto, Giulianova, Roseto degli Abruzzi, Pineto und Silve haben Sandstrände und sind die Perlen des Badetourismus am Strand in den Abruzzen. Zwischen Silvi und Pineto findet sich darüber hinaus das Meeresschutzgebiet Torre del Cerrano.

Der südliche Teil der Küste der Abruzzen ist eher von Klippen und kleineren Buchten mit Kieselstränden geprägt. Hier gibt es noch weniger Tourismus, obwohl sich dieser Küstenabschnitt hervorragend zum Tauchen oder Schnorcheln anbietet - das Wasser ist kristallklar. Das Naturschutzgebiet Punta Aderci liegt an der südlichen Küste der Abruzzen bei Vasto und stellt einen der schönsten Fleckchen am adriatischen Meer in Abruzzen dar - mit Sandstrand, einfachen Spaziergängen und schönen Ausblicken auf die Landschaft und das Meer.

Küstenorte entlang der 133 Kilometer gibt es genügend. Alba Adriatica ist einer der bekanntesten Badeorte der Abruzzen, mit belebtem Strand und herrlich blauem Wasser. Das mittelalterliche Casalbordino ist klein und weniger touristisch, Inmitten romantischer Hügel liegt Fossacesia und auch Torino di Sangro ist ein ruhiger Urlaubsort. Pineto verzaubert mit Pinienwäldern, Tortoreto ist dagegen sehr gut für den Tourismus erschlossen und bietet eine große Strandpromenade. Pescara liegt ebenfalls direkt am Meer und ist verhältnismässig groß. Ganz in der Nähe liegen weitere schöne Küstenorte wie Silvi, Montesilvano oder Francavilla al Mare. Auch Ortona liegt nicht weit entfernt von Pescara und gehört zu den belebteren Badeorten an der Küste. Das kleine San Salvo bietet einen feinen Sandstrand und das nahe gelegene Vasto ganz im Süden der Region Abruzzen läst mit einem ausgedehnten Strand direkt vor der kleinen Stadt auf.

Sehenswürdigkeiten finden sich überall entlang der Küste - stark bebaute Gebiete, richtig große Städte oder Hochhausburgen gibt es hier ohnehin nicht. Insbesondere ein Besuch in Vasto lohnt sich auch wegen der zahlreichen Sehenswürdigkeiten. Häfen finden sich in allen größeren Küstenorten, die Trabocchiküste mit Pfahlbauten liegt zwischen Ortona und San Salvo. Zahlreiche Naturschutzgebiete liegen ebenfalls an der Küste in Abruzzen: Das Meeresschutzgebiet Marina di Vasto, die Pinienwälder Pineta Dannunziana bei Pescara, die felsigen Schutzgebiet Ripari di Giobbe und Punta dell'Aquabella bei Ortona und mehr. Im Schutzgebiet Lecceta Litoranea bei Torino di Sangro bietet vielen Tieren ein zuhause, im Riserva Naturale Grotta delle Farfalle nahe San Vito Chietino kann man die Natur mit tiefen Gräben und Bächen sowie natürlichen Becken bewundern. In der Nähe liegt auch der Zoo d'Abruzzo.

Hinter der Küste liegt das Hügelland der Region Abruzzen auf einem Streifen von rund 20 Kilometer Breite, bevor es in die Gebirgsregionen der Abruzzen geht. Im Hügelland kann man wandern, Reiten, Radfahren oder historische Ortschaften entdecken.

Städte und Dörfer in Abruzzen

So richtig große Städte gibt es in der Region Abruzzen eigentlich gar nicht - nur die Küstenstadt Pescara sticht mit rund 120.00 Einwohnern hervor - alle anderen Städte und Ortschaften haben deutlich weniger als 100.000 Einwohner. Pescara liegt direkt an der Adriaküste - etwa in der Mitte der Region Abruzzen - an der Mündung des gleichnamigen Flusses Pescara. Das Ufer wird in Pescara von Restaurants, Bagnis (Vermietung von Schirmen, Liegestühlen, oft auch mit Bar oder Restaurant) und einem Radweg sowie Plamen gesäumt - auf einer Länge von 20 Kilometern. Schon in der Antike war Pescara ein wichtiges Handelszentrum und das hat sich bis heute nicht geändert; die Stadt ist wirtschaftlich von großer Bedeutung für die Region Abruzzen.

Die Stadt Pescara ist verhältnismässig modern. Bekannt ist sie vor allem als Geburtsort des Dichters Gabriele D'Annunzio und die Fußgängerbrücke Ponte del Mare, die auf einer Länge von 466 Metern den Fluss überspannt. Weitere Sehenswürdigkeiten finden sich im Carrara-Marmorbrunnen La Nave, in der Kirche San Cetteo, im Geburtshaus und Museum des Dichters Gabriele D'Annunzio, dem Museum Villa Urania, dem Museum der Völker, dem Museum für moderne Kunst und dem Stadtmuseum Basilia Cascella. Im Sommer stehen im gut besuchten Pescara Open-Air-Konzerte auf dem Programm, im Juli steht das Jazz-Festival Pescara Jazz an. Beliebt sind auch Ausflüge mit dem Boot zu den Tremiti-Inseln und auch der Hafen Marina di Pescara gehört zu den Highlights der Stadt.

Die zweitgrößte Stadt der Region ist L'Aquila mit rund 69.000 Einwohnern. L'Aquila ist die Hauptstadt der Region Abruzzen und liegt im Landesinneren - nahe der Berge des Apennin. Sie ist historisch geprägt und bietet zahlreiche Sehenswürdigkeiten wie die Burg Forte Spagnolo, die romanische Kirche Santa Maria di Collemaggio mit der Parkanlage Parco del Sole, einen Brunnen mit 69 Wasserspeiern, ein römisches Amphitheater, die mittelalterliche Kirche Santa Maria ad Cryptas oder die Basilika San Bernardino, das nahe gelegene Naturschutzgebiet Sorgenti del Fiume Very, zahlreiche weitere Kirchen und Palazzi und auch einfach einen schönen Ortskern mit dem zentralen Platz Piazza del Duomo. L'Aquila wurde 2016 von einem Erdbeben erschüttert - der Wiederaufbau ist inzwischen an zahlreichen Bauwerken abgeschlossen.

Weitere Städte sind Teramo (rund 54.000 Einwohner), Montesilvano (rund 54.000 Einwohner, Chieti (rund 50.000 Einwohner), Avezzano (rund 42.000 Einwohner), Vasto (rund 41.000 Einwohner), Lanciano (rund 34.000 Einwohner), Francavilla al Mare (rund 26.000 Einwohner), Roseto degli Abruzzi (rund 25.000 Einwohner), Sulmona (rund 24.000 Einwohner), Giulianova (rund 24.000 Einwohner), Ortona (rund 23.000 Einwohner) und San Salvo mit etwa 20.000 Einwohnern. Schöne und mittelalterliche Dörfer finden sich in der Region Abruzzen darüber hinaus in großer Zahl. Insbesondere Ortona, Vasto, Scanno, Montesilvano, Tortoreto, Atri, Chieti, Pescasseroli, Roseto degli Abruzzi und Assergi sind sehenswert. Das Dorf Santo Stefano di Sessanio gehört darüber hinaus mit zur Liste der schönsten Dörfer Italiens und auch Pietracamela ist überaus romantisch. Das ehemalige Fischerdorf Silvi liegt mit herrlicher Aussicht oberhalb des Meeres.

Die Stadt Sulmona ist vor allem für die Confetti di Sulmona bekannt. Confetti sind Mandeln, Nüssen, Pistazien, kandierte Früchte oder Schokoladenstückchen, die mit buntem Zuckerguss überzogen sind. Die kleinen Leckerein werden zu kunstvollen Arrangements zusammen gestellt, etwa zu Blumen oder Blumensträussen aus Zuckerwerk. Darüber hinaus hat die Stadt aber auch eine sehenswerte Orte vorzuweisen wie beispielsweise die Kathedrale San Panfilo, die Kirche San Gaetano, den Palazzo Sanita, den Palazzo Tabassi sowie einige Museen rund um die zentrale Piazza XX Settembre. Ein Aquädukt und weitere Sehenswürdigkeiten runden einen Besuch hier ab. Ein tolles Erlebnis ab Sulmona verspricht auch eine Fahrt mit dem Zug Transiberiana D'Italia. Die Fahrt führt entlang einer spektakulären Strecke durch Dörfer, Naturschutzgebiete, Berge und Schluchten in den Abruzzen und in der Nachbarregion Molise (mehr über die Molise).

L'Aquila nach dem großen Erdbeben: Wiederaufbau und Wiedergeburt einer schönen Stadt. Eindrücke von der Restaurierung im Jahr 2018 - die historische Stadt lebt wieder auf.

Dorf-mit-Schnee-Abruzzen

Historische Ortschaften gibt es in wie Sand am Meer, nur Umbrien hat mehr solcher Orte zu bieten. Im Winter fällt viel Schnee, die Höhenlagen verwandeln sich in ein attraktives Wintersportgebiet.

Wandern in den Bergen in der Region Abruzzen: Hier eine Tour zum Corno Grande - dem höchsten Berg in Mittelitalien und im Apennin. Tolle Bilder und eine großartige Landschaft.

Gebirge, Berge und Nationalparks

Die Region Abruzzen ist vor allem bei Wanderern äusserst bekannt, die Gebirgsregion beginnt etwa 20 bis 25 Kilometer hinter der Küste. Mit dem Corno Grande - dem höchsten Berg der Region Abruzzen geht es bis auf 2.912 Meter hinauf. Ein wenig Abenteuerlust ist hier kein Fehler, denn einige Routen sind schwer zu begehen oder nicht sonderlich gut markiert. Ohne Reiseführer oder Wanderführer sollte man also nicht losgehen. Belohnt wird man aber mit großartigen Landschaften - zu allen Jahreszeiten - und der fantastischen Tierwelt sowie Natur des abruzzischen Apennin. Hier gibt es sogar Bären und Wölfe. Wer diesen ausserordentlichen Wesen begegnen will, sollte das Tiergehege Centro Visito del Lupo (Lupo = Wolf) bei Popoli im Nationalpark Majella besuchen.

In den Bergen des Apennin finden sich mehrere Nationalparks und andere Schutzgebiete - fast das gesamte Gebirge steht unter Naturschutz. Die wichtigsten sind der Majella Nationalpark mit 74.095 Hektar im südlicheren Teil der Region und der Nationalpark Gran Sasso und Monti della Laga mit 150.000 Hektar im Norden der Abruzzen. Daneben gibt es noch den Regionalpark Sirente-Velino in der Mitte der Region sowie den Nationalpark Abruzzen, Latium und Molise (dieser verteilt sich auf mehrere Regionen). Hinzu kommen satte 13 kleinere Naturschutzgebiete mit Wäldern, Seen, Bergen, Höhlen, Wasserfällen. Kurzum: Die Gebirge und Berge in Abruzzen sind von spektakulär schöner Natur geprägt.

Im Sommer finden sich zahlreiche Aktivitäten wie Wanderungen, Mountainbike-Touren oder die Entdeckung von Höhlen wie beispielsweise die Grotta A Male bei L'Aquila oder die Höhe Beatrice Cenci bei Cappadocia.

Bergdörfer wie Alfedena, Barisciano, Anversa degli Abruzzi, Barrea, Bisegna, Campo di Giove, Campotosta, Castel del Monte, Castel di Sangro, Lama dei Peligni, Pacentro, Palena, Pescosostanzo, Rocca Pia, Sant'Eufemia a Maiella, Santo Stefano die Sessanio, Scanno, Scontrone und viele mehr verzaubern mit dörflicher Romantik. Oft sind die historischen Dörfer mittelalterlichen Ursprungs und haben sich die italienische Ursprünglichkeit mit kleinen Gassen und unterschiedlichen Sehenswürdigkeiten bewahrt. Flüsse, Seen und Wasserfälle vervollständigen das Urlaubserlebnis in diesem Teil Italiens.

Im Winter verwandeln sich die Gebirge der Region Abruzzen in ein verschneites Wunderland. Hier fällt oft mehr Niederschlag in Form von Schnee als in den bekannteren Alpenregionen und zahlreiche Skigebiete locken mit gutem Wetter und guter Schneelage. Preislich gesehen sind die Skigebiete und Wintersportorte in Abruzzen deutlich günstiger als in Norditalien.

Von ganz besonderer Schönheit sind die Hochebenen im abruzzischen Apennin. Die Landschaft des Altopiano di Campo Imperatore (Altopiano = Hochebene) ähneln den Gebirgslandschaften in Tibet. Karg und weitläufig liegt die Hochebene Campo Imperatore auf 1.500 bis 1.900 Höhenmetern und sie erstreckt sich über 25 Kilometer Länge sowie 8 km Breite. Umgeben ist die Hochebene vom höchsten Berg in der Region, dem Corno Grande, dem Monte Aquila, Monte Portella, Scindarella, Brancastello-Dolomiten und Monte Prena sowie Monte Camicia. Wandern, Rad fahren, Reiten - die Ebene lässt sich auf viele Arten entdecken. Im Winter ist diese Hochebene auch ein Wintersportgebiet. Dem dem sensationell schönen Campo Imperatore Plateau gibt es auch noch die Hochebenen Aremogna, Cinque Miglia und die Hochebene von Rocche.

Seen, Flüsse und Wasserfälle

Ähnlich wie auch in den Alpenregionen finden sich in der Region Abruzzen zahlreiche Seen beziehungsweise Bergseen und auch Wasserfälle. Der Barrea See (Lago di Barrea) ist ein verhältnismässig großer Stausee mit Wander- und Spazierwegen sowie Radwegen rund um den See und ein kleiner Strand ermöglicht auch das Baden im See. Rund um den Barrea See liegen die Orte Barrea, Villetta Barrea und Civitella Alfedena, der See selbst beherbergt zahlreiche Tierarten - vor allem Vögel.

Der Scanno See (Lago di Scanno) auf einer Höhe von 922 Metern ist ein Bergsee mit vielen Fischsorten und grünlich-leuchtendem Wasser zwischen den historischen Ortschaften Scanno und Villalago. Er ist - zusammen mit der Ortschaft Scanno - die Hauptattraktion des Sagittario Tals. Am Scanno See kann man spazieren gehen, wandern, Boot oder Kanu fahren. Ebenfalls im Sagittario Tal findet sich der San Domenico See (Lago di San Domenico) mit türkisblauem Wasser und Felsen rundum. Der San Domenico See ist Ausgangspunkt für Wanderungen zu den umgebenden Gebirgslandschaften wie dem Berg Rosa Pinnola und Valle Preziosa oder nach Villalago. Die Einsiedelei San Domenico mit Höhle kann ebenfalls von hier aus erreicht werden.

Zahlreiche Freizeitmöglichkeiten bietet auch der Campotosto See (Lago di Campotosto), der unter Naturschutz steht. Auf einer Höhe von 1.313 Metern ist er ein kleines Paradies für Angler, Kanufahrer, Radfahrer und Surfer. Am Lago di Penne oder Penne See spielt ebenfalls die Natur eine Hauptrolle: Ein Ottercenter, ein botanischer Garten, Picknick-Plätze und ein Schmetterlingsgarten bieten Einblicke in die Natur, die ebenfalls unter Schutz steht. Weitere Seen finden sich im Lago di S. Angelo bei Casoli, im Lago di Bomba im Sangro-Tal, im Lago di Pantaniello bei Barrea, im Lago di Secinaro, im Lago di Serranella, im Lago di Sinizzo und im Lago Montagna Spaccata bei Alfedena.

Wo Flüsse durch Gebirge fliessen, finden sich in der Regel auch Wasserfälle - das gilt auch für Abruzzen. Die größten Wasserfälle der Region Abruzzen sind die Del Verde Wasserfälle bei Borello, der Vitello d'Oro Wasserfall (übersetzt: Goldenes Kalb) bei Farindola und die Zompo Lo Schioppo Wasserfälle bei Morino. Kleinere Wasserfälle und wilde Wasserläufe finden sich selbstverständlich ebenfalls. Rafting Fans finden im Fluss Aventine ein gutes Ziel. Der Fluss Pescara wird von der Hochebene Campo Imperatore gespeist und auch hier bieten sich unterschiedliche Aktivitäten an. Im Valle dell'Orfento findet sich ein kleines Naturparadies entlang einer Schlucht und romantischen Wegen mit Holzbrücken, zwitschernden Vögeln und grünen Wäldern. Weitere Flüsse wie der Sangro, Tordino, Vomano, Zittola oder Mavone bieten weitere Erlebnisse rund um das Wasser und die Natur der Region Abruzzen.

Historische Orte und Grabungsstätten

Die Fülle der Möglichkeiten in Abruzzen ist groß. Bei Calascio findet sich nach einem etwa 3,5 km langen Weg die Burgruine Rocca Calascio - die höchstgelegene Burganlage des Apennin. Wer in Calascio ist, sollte auch die Kirche Santa Maria della Pietà aus dem 17ten Jahrhundert nicht verpassen. Schon alleine die atemberaubend schöne Lage dieser Kirche in den Bergen des Apennin rechtfertigt einen Besuch. Auf einem steilen Felsplateau liegt spektakulär schön die Burg Roccascalegna, in Casoli wartet das Castello Ducale und es gibt noch viele weitere Burgen. Unter den zahlreichen Kirchen der Region Abruzzen sind vor allem die Kirche Chiesa di Santa Maria in Magliona de Marsi und die Kirche Santa Maria di Collemaggio in L'Aquila erwähnenswert. Ebenfalls in L'Aquila lohnt sich auch ein Besuch der Barockkirche San Bernardino. Die Kirche San Clemente Al Vomano in Notaresco reicht auf das Jahr 874 zurück, das Oratorio di San Pellegrino gehört zum UNESCO Weltkulturerbe und zeigt ungewöhnlich gut erhaltene Wandmalereien, romanisch-gotisch ist auch die Kirche San Clemente in Castiglione a Casauria. Im historischen Ortskern von Lanciano kann man das Santuario del Miracolo Eucaristico aus dem Jahr 1258 bewundern.

Grabungsstätten und Zeitzeugnisse der Antike finden sich im Amiternum in L'Aquila und in der einstigen Stadt Alba Fucens in Massa D'Alba. Die Tempel von Schiavi di Abruzzo stellen eine bedeutende archäologische Fundstätte dar - mit Tempelanlagen aus vorchristlicher Zeit. Ein römisches Theater und Amphitheater liegt in Teramo, die Ruinen der ehemaligen römischen Stadt Peltuinum nahe des Dorfe Prata d'Ansidonia erzählen ebenfalls von längst vergangenen Zeiten. In der Region Abruzzen kann man auch mehrere Museen rund um die Geschichte und Archäologie besuchen oder Nekropolen wie die Nekropone von Fossa oder die Nekropolen von Picena di Campvalano bei Campli besuchen. Historische Ortskerne und Altstädte bieten vor allem mittelalterliche Anblicke - barocker Prunk ist in der Region Abruzzen eher ein Ausnahmefall.

Gärten und weitere Highlights

In der Region Abruzzen finden sich viele Möglichkeiten. Gartenfans können vor allem botanische Gärten besuchen, die Küche der Abruzzen ist unbedingt empfehlenswert und auch das Shopping kommt nicht zu kurz.

Botanische Gärten und Parks in der Region Abruzzen

  • Anversa degli Abruzzi: Botanischer Garten bei den Quellen von Cavuto
  • Lama dei Peligni: Botanischer Garten Michele Tenore (in Colle Madonna)
  • L'Aquila: Botanischer Garten Colemaggio und alpiner botanischer Garten Campo Imperatore (in Coppito)
  • Loreto Aprutino: Park Giardino dei Ligustri
  • Pescasseroli: Giardino Appenninico (Apennin-Garten)
  • San Salvo: Mediterraner Botanischer Garten
  • Sant'Eufemia a Maiella: Botanischer Garten Daniela Brescia

Küche der Region Abruzzen

Die Küche der Region sollte man sich selbstverständlich nicht entgehen lassen. Feine Wurstwaren, gegrillte Spiesse mit Schafsfleisch (Arrosticini), viele Käsesorten, Süssholz und Lakritze, Weine und Liköre, Wildschwein, Trüffel, Safran, Olivenöle, Peperoncini, Kirschen und Äpfel oder Honig - die Küche der Abruzzen ist ein Mix aus deftiger Küche der Berge und der leichteren Meeresküche. Viele Gerichte vereinen Fisch oder Meeresfrüchte und Fleisch, in den Gebirgslagen kommen deftige und intensive Genüsse auf den Tisch.

Ein ganz besonderer Leckerbissen im wahrsten Sinne des Wortes ist Sulmona - dort werden leckere Süssigkeiten hergestellt, die als Blumengestecke arrangiert ihren Weg zu den Käufern finden. Sulmona ist darüber hinaus für roten Knoblauch bekannt, der dort wächst.

Etliche Veranstaltungen drehen sich ebenfalls rund um die landwirtschaftlichen Produkte und die Küche der Region - etwa das Artischocken-Festival in Cupello oder das Kastanienfest in Senarica di Crognaleto. Im Februar findet die Panarda in Villavallelonga statt: Ein Fest rund ums Essen mit nicht weniger als 30 Gängen. Eines der ältesten Feste rund ums Essen sit die Sagra della Porchetta Italica - hier werden Preise für das beste Schweinefleisch vergeben, begleitet von Konzerten und weiterem Entertainment im Dorf Campli in der Region Teramo. Auf den Märkten der Region kann man die Köstlichkeiten der Abruzzen dabei am besten kaufen.

Karte Abruzzen

Die Karte der Region Abruzzen bei Google Maps zeigt das Straßennetz, die Ortschaften und Städte in der Region. Als Routenplaner ist Google Maps ebenfalls gut unterwegs verwendbar. Nur in sehr abgelegenen Ecken Italiens kann es gelegentlich zu Problemen mit der Internetverbindung kommen.


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