Weine Toskana

Weine, Weingüter, Weinbaugebiete und mehr

Wein aus der Toskana - welche Weine gibt es in der Toskana und welche Weingüter sind der Rede wert? Rund um die Weine, die Weinbauregionen und den Weinbau aus der Region Toskana in Italien.

Weinflaschen-und-Trauben

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Wein aus der Toskana - welche Weine gibt es in der Toskana und welche Weingüter sind der Rede wert? Rund um die Weine, die Weinbauregionen und den Weinbau aus der Region Toskana in Italien.

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Wein aus der Toskana - welche Weine gibt es in der Toskana und welche Weingüter sind der Rede wert? Rund um die Weine, die Weinbauregionen und den Weinbau aus der Region Toskana in Italien.

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Beim Weinbau in Italien hat die Toskana einen Spitzenplatz - vor allem bringt die Toskana gemessen an der Anbaufläche besonders viele hochwertige Weine hervor. Dabei wird deutlich mehr Rotwein als Weißwein in der Toskana produziert - Weißweine machen nur etwa 15% des gesamten Weinbaus aus. Die Weinbaugebiete in der Toskana sind in der ganzen Welt bekannt. Einige Weingüter der Toskana wie etwa Le Pupile, Ornellaia, Argentiera, Frescobaldi, Brancaia und viele weitere exportieren ihre Weine rund um den ganzen Globus. Dabei sind vor allem so genannten Supertoskaner von bemerkenswertem Erfolg gekrönt: Es handelt sich um Weine, die trotz hervorragender Qualität nicht den DOCG-Regeln (höchste Qualitätsstufe) entsprechen und als IGT (geringere Qualitätsstufe) angeboten werden - sie geniessen teilweise Kultstatus. Toskanische Weine sind manchmal recht hochpreisig, ein Blick in einen Weinführer hilft bei der Auswahl im Vorfeld. Dabei hat aber kaum eine andere Region tatsächlich so viele Spitzenweine wie die Toskana - vor allem Rotweine; es finden sich aber auch sehr gute Weißweine.


Weine und Weinbau in der Toskana

Die Abkürzungen im Folgenden sind unklar?
Mehr Infos: Begriffe rund um Italiens Weine.

Anbaugebiete und Anbaufläche Toskana

  • 84 Anbaugebiete
  • Anbaufläche: rund 59.000 Hektar

Wichtige Rebsorten in der Toskana

  • Rebsorten Weiß: Vernaccia, Trebbiano Toscano.
  • Rebsorten Rot: Sangiovese, Cabernet Sauvignon, Merlot, Colorino.

DOCG-Weine Toskana

  • Brunello di Montalcino, Carmignano, Chianti DOCG (inkl. Colli Aretini, Colli Fiorentini, Colli Senesi, Colline Pisane, Montalbano, Montespertoli, Rufina), Chianti Classico, Elba Aleatico Passito, Montecucco Sangiovese, Morellino di Scansano, Suvereto, Val di Cornia Rosso, Vernaccia di San Gimignano, Vino Nobile di Montepulciano.

DOC-Weine Toskana

  • Ansonica Costa dell'Argentario, Barco Reale di Carmignano, Bianco dell'Empolese, Bianco di Pitigliano, Bolgheri, Bolgheri Sassicaia, Candia dei Colli Apuani, Capalbio, Colli dell'Etruria Centrale, Colli di Luni, Colline Lucchesi, Cortona, Elba, Grance Senesi, Maremma Toscana, Montecarlo, Montecucco, Monteregio di Massa Marittima, Montescudaio, Moscadello di Montalcino, Orcia, Parrina, Pomino, Rosso di Montalcino, Rosso di Montepulciano, San Gimignano, San Torpé, Sant'Antimo, Sovana, Terratico di Bibbona, Terre di Casole, Terre di Pisa, Val d'Arbia, Val d'Arno di Sopra, Val di Cornia, Valdichiana Toscana, Valdinievole, Vin Santo del Chianti, Vin Santo del Chianti Classico, Vin Santo di Carmignano, Vin Santo di Montepulciano.

IGT-Weine Toskana

  • Alta Valle della Greve, Colli della Toscana Centrale, Costa Toscana, Montecastelli, Toscana, Val di Magra.

Supertoskaner

  • Supertoskaner sind Weine aus der Toskana, die zwar nicht zwangsläufig den Kriterien für DOCG oder DOC entsprechen oder entsprachen, dennoch aber eine sehr hohe Qualität aufweisen. Sie wurden Ende der 60er Jahre kreiert, als die guten Weine der Toskana nicht entsprechend ihrer eigentlichen Qualität klassifiziert werden durften. Sassicaia oder Ornellaia gehören inzwischen aber längst zu den bekanntesten Weinen Italiens. Meist handelt es sich um Weine Dazu gehören beispielsweise Sassicaia, Solaia, Le Pergole Torte, Ornellaia, Podere Poggio Scalette Il Carbonaione, Masseto, Brancaia Il Blu, Montevertine Le Pergole Torte, Cepparello, Flaccianello, San Felice Vigorello, Antinori Solaia, Grattamacco Bolgheri Superiore, Solengo und Guado al Tasso sowie Weitere. Kaum eine andere Region Italiens bringt so viele hochwertige Weine - insbesondere Rotweine - hervor wie die Toskana heute.

Weinbau in der Toskana

Die Etrusker kultivierten den Wein in der Toskana und unter der folgenden römischen Herrschaft blühten der Weinbau und die Weinproduktion auf. In der Toskana war schon früh auch der Adel voll in den Weinbau involviert, er war nicht nur den Landwirten vorbehalten. Noch heute sind die adeligen Namen bei den Produzenten vertreten - beispielsweise Ricasoli, Antinori oder Frescobaldi. Bereits in den Jahren 1716 und 1872 wurden erste Bemühungen unternommen, die toskanischen Anbaugebiete vom Rest Italiens deutlich abzuheben udn Qualitätsstandards zu schaffen. Im Jahr 1924 entstand dann ein Konsortium zum Schutz des Chianti Classico, der den Schwarzen Hahn als Emblem verwendete.

Noch heute heben sich die Weine der Toskana deutlich hervor: Supertoskaner etwa entstanden in den Jahren nach dem zweiten Weltkrieg zu Zeiten des Wirtschaftsbooms - bevor entsprechende Qualitätsstufen eingeführt wurden und sie stellen hochwertige Weine dar, die aber nicht zwangsläufig mit den Qualitätsstufen DOC/DOCG ausgezeichnet sind. Weingüter wie Ornellaia, Tignanello oder Sassicaia sind als Supertoskaner weltberühmt.

Das Territorium (Terroir) der Toskana bietet mit einem milden Klima, heissen und trockenen Sommern sowie Winden vom Meer an der Küste ein eher mediterranes Klima. Im zentralen Teil der toskanischen Hügel dagegen ist das Klima eher kontinental mit trockenen Sommern und kalt/regnerischen Wintern. Kalkhaltige Lehmböden finden sich in den Hügeln des Chianti-Anbaugebietes, in Montalcino, Montepulciano, Lucchesia und in der Maremma. Sie bieten eine gute Grundlage für die roten Rebsorte Sangiovese mit guter Struktur, Säure und Geschmack. Auch der sogenannte Alberese - ein weißer Kalkstein sowie ein tonhaltiger Fels namens Gelastro sind für die Eleganz der Weine in der Toskana verantwortlich. Im Süden der Toskana finden sich entlang der Küste oft kalkhaltige und lehmige Böden, die weiche Weine hervorbringen, während im Landesinneren des toskanischen Südens vulkanische Böden eine intensive Farbe und Struktur entstehen lassen.

Insgesamt entstehen in der Toskana sehr vielfältige Rotweine. Der einzige wirklich spannende Weißwein dagegen ist der Venacci di San Gimignano, allerdings gibt es darüber hinaus durchaus auch gute Weißweine in der Toskana.

Die Weinbauregionen und Weine der Toskana

  • Chianti und Chianti Classico: Das Anbaugebiet des Chianti erstreckt sich über mehrere Provinzen in der Toskana. Im Landesinneren handelt es sich um Anbauflächen auf einer Hügelkette (Colline del Chianti), die etwa ein Drittel der ganzen Toskana ausmachen. Unterteilt wird die Weinbauregion hier in Chianti Classico (das Kernland des Chianti Zwischen Florenz und Siena), Chianti Rufina, Chianti Colline Pisane (Hügel rund um Pisa), Chianti Montalbano (rund um Carmignano), Chianti Colline Fiorentini (Hügel rund um Florenz), Chiantei Colli Senese (Hügel rund um Siena), Chianti Aretini (rund um Arezzo) und Chianti Montespertoli rund um die Gemeinde Montespertoli. Die Unterzonen sind auf dem Etikett der Weine angegeben. Im Weinbaugebiet finden sich mehrere attraktive Weinorte: Barberino Val d'Elsa, Castellina in Chianti, Castelnuaovo Berardenga, Gaiole, Greve, Poggibonsi, Radda, San Casciana und Tavernelle im Val di Pesa. Der Chianti mit allen seinen Untergebieten besteht zum allergrößten Teil aus der Rebe Sangiovese. Beim Chianti Classico müssen es 80 % Sangiovese sein, bei anderen Chianti-Weinen sind auch 70 % erlaubt und auch weiße Rebsorten können dann hinzugefügt werden. Nach mindestens 2 Jahren Reifezeit darf sich der Chianti auch Riserva nennen, die hächste Qualitätsstufe beim Chianti ist aber die Gran Selezione. Der Chianti schmeckt trocken, frisch, fruchtig und enthält beim jüngeren Chianti weniger Tannine, beim länger gereiften Chianti werden es mehr Tannine. Er ist verhältnismässig samtig und würzig-herb. Die Bandbreite der Chianti-Weine ist relativ groß. So ist es nicht gar einfach den richtigen Chianti für den eigenen Geschmack zu finden.
  • Vino Nobile di Montepulciano: Dieser Rotwein ist einer der ganz Großen italienischen und toskanischen Weine. Auch der Vino Nobile di Montepulciano wird in weiten Teilen aus der Sangiovese-Rebe gewonnen, mindestens 70 % müssen es bei diesem Wein sein. Er schmeckt trocken, ausgewogen, mit fruchtigen Noten aber auch Kräuter, Kaffee oder andere Aromen können hinzu kommen. Der Vino Nobile di Montepulciano wird ausschließlich rund um die Kleinstadt Montepulciano produziert und es entstehend Weine in sehr hoher Qualität mit allerbesten Trauben. Der Vino Nobilie di Montepulciano darf sich zudem erst nach drei Jahren Reifezeit als 'Riserva' bezeichnen - auch das ist ein erhöhter Qualitätsstandard. Eine Alternative aus dem gleichen Weinbaugebiet ist der Rosso di Montepulciano, der im Gegensatz zum sehr intensiven Vino nobile di Montepulciano eher leicht und fruchtig daher kommt und nicht ganz so hohe Qualitätskriterien erfüllt, aber dafür auch deutlich günstiger ist.
  • Brunello di Montalcino: Namensgeber ist hier die Gemeinde Montalcino in der Provinz Siena in der Toskana. Der Brunello di Montalcino ist ebenfalls unter Weinliebhabern weltweit bekannt und wird auch aus Sangiovese produziert. Er schmeckt Herb, warm, harmonisch und ist oft auch tanninbetont - kein Wein für Freunde leichter Genüsse. Er gehört zu den Weinen Italiens mit besonders gutem Ruf, der mindestens 2 Jahre im Holzfass reifen muss. Der Brunello di Montalcino Riserva muss mindestens 6 Jahre reifen, mindestens 2 Jahre davon in Eichenfässern reifen und das schmeckt man - intensivere Rotweine und höhere Standards sind kaum möglich. Die günstige Alternative von hier ist der Rosso di Montalcino, der aber bei weitem nicht die Eigenschaften des Brunello di Montalcino hat. Es gibt auch den Moscadello di Montalcino für Liebhaber von Süßweinen, der aus Moscato Bianco gewonnen wird und aus dem gleichen Anbaugebiet stammt.
  • Montecucco Sangiovese: Die Traube Sangiovese ist in der Toskana sehr dominant. Das gilt auch für dieses weniger bekannte Weinbaugebiet und die dazu gehörenden Weine. Hier muss der Wein zu 90 % aus Sangiovese bestehen, um den Qualitätskriterien entsprechen zu können. Im gleichen Anbaugebiet wird aber auch der Montecucco Rosso DOC, der weiße Montecucco Vermentino DOC und der weiße Montecucco Bianco DOC produziert.
  • Morellino di Scansano: Auch der Morellino di Scansano und das gleichnamige Weinbaugebiet gehören zu den bekannten Weinbaugebieten und Weinen der Toskana. Die Rebe Sangiovese wird hier in der Maremma - dem Süden der Toskana - Morellino genannt und der Rotwein dieses DOCG-Gebietes muss zu 85 % aus der Sangiovese-Traube bestehen. Er ist charakteristisch rubinrot, hat ein fruchtiges Bouquet und schmeckt frisch und saftig. Als junger Rotwein heisst er Vino Fresco und schmeckt dann deutlich leichter, beim Riserva mit Reifezeit im Holzfass dagegen wird er intensiver und schwerer. Ist er zwischen vier und zwölf Monaten gereift, entwickelt der Morellino di Scansano Noten von Früchten, Gewürzen und Vanille.
  • Bolgheri Sassicaia: Dieser Wein aus der Toskana ist legendär. Während des zweiten Weltkrieges wurden die feinen französischen Rotweine knapp und so begann Marchese Mario Inciso della Rocchetta die Reben Cabernet Sauvignon und Cabernet Franc an. Das Ergebnis trat einen Siegeszug ohne Vergleich an, der Wein vom steinigen Feld 'Sassicaia' gilt als der Begründer der Supertoskaner. Heute besteht der Wein zu 80 % aus Cabernet Sauvignon und es ist der einzige Wein Italiens mit einem eigenen DOC-Gebiet und er kommt vom Weingut Tenuta San Guido in der Ortschaft Bolgheri. Es handelt sich um einen Rotwein, der sehr kostspielig ist - mehrere hundert Euro pro Flasche muss man hierfür bezahlen. Die Tentua San Guido produziert inzwischen auch weitere Weine: Le Difese aus Sangiovese und Cabernet sowie Guidalberto aus Merlot, Carbet Sauvignon und Cabernet Franc.
  • Montescudaio: Montescudaio ist ein schönes Dörfchen in der Toskana. Im gleichnamigen Anbaugebiet werden die Rotweine Montescudaio Cabernet Franc und Carbernet Sauvignon, Montescudaio Merlot sowie Montescudaio Sangiovese produziert. Es kommen die Weißweine Montescudaio Cardonnay, Montescudaio Sauvignon und Montescudaio Vermentino hinzu. Wer vor Ort ist, sollte diesen hübschen Ort besuchen - er liegt 240 Meter über dem Meer und bietet neben mittelalterlichem Flair auch schöne Blicke in die Landschaft. Den Wein kann man selbstverständlich vor Ort auch kaufen.
  • Vernaccia di San Gimignano: Dieses Weinbaugebiet liegt bei der Gemeinde San Gimignano bei Siena in der Toskana. Die autochtone Sorte Vernaccia di Gimignano (sie wächst nur in Italien in einigen Gebieten) hat ihr den Namen gegeben. Es handelt sich um einen Weißwein, der strohgelb bis golden ist. Er schmeckt trocken und harmonisch mit Noten von Äpflen, Ananas und Zitrone, oft auch mit einem Mandelgeschmack im Abgang. Er besteht mindestens zu 90 % aus der Rebsorte Vernacchia di San Gimignano und es war einer der ersten Weine Italiens, die den DOC-Status erhalten haben.
  • Weitere Weinbaugebiete und Weine in der Toskana: Selbstverständlich werden in weiteren Anbaugebieten hervorragende Weine in der Toskana produziert. Viele der Rotweine können leicht mit den großen Weinen Frankreichs mithalten und sind für Genießer und Rotweinfans eine Welt voller sehr unterschiedlicher Weine. Beim Weißwein lohnt sich ein Blick auf den Vermentino und Chardonnay aus der Toskana. Weitere Weine und Anbaugebiete sind: Bianco dell'Empolese, Carmignano, Val d'Arbia, Valdarno di Sopra, Valdichiana Toscana, Cortona, Grance Senesi, Orcia, Sant'Antimo, Candia dei Colli Apuani, Elba und Capalbio.


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